Außenrum

Bei schönstem Wetter starten wir mit einer Fährüberfahrt unser nächstes Abenteuer. In der Ferne zurückbleibend grüßt noch einmal die Kaledonische Gebirgskette mit dem Ben Nevis. 

Unser Ziel sind die Äußeren Hebriden, die westlichste Inselgruppe im Atlantik vor der Westküste Schottlands. Bis zum Festland sind es um die 60 km, aber da liegen ja noch die Inneren Hebriden dazwischen. Die Zahl aller hebridischen Inseln wird mit 500 angegeben, davon sind aber nur die wenigsten bewohnt – ca. 70. Es gibt eine fast durchgehend angelegte Straße, die die Eilande meist über Dämme miteinander verbindet, nur zweimal muss man eine Fähre bemühen. Von der Süd- bis zur Nordspitze sind es etwas mehr als 200 Kilometer. 

Bemerkenswert ist die Landschaft allemal: Tritt nicht das nackte Gestein zutage, trägt die eher kahle Landschaft eine überwiegend dünne Bedeckung von Torf und scheinbar endlosen Mooren oder ist von grünen, saftigen Wiesen und Heide bedeckt. Auch an den Küstenstrichen wechseln sich weiße Sandstrände mit felsigen Partien ab. Größere Waldflächen existieren nur auf vereinzelten Inseln, aber es gibt auch beeindruckende, teilweise schroffe Berge. 

Bedingt durch eine geringe Bevölkerungsdichte und (glücklicherweise) spärliche touristische Erschließung ist die Infrastruktur überschaubar. So wagen wir das Abenteuer gerade weil wir Touristenströmen entkommen wollen und Ursprünglichkeit und Einsamkeit lieben. Wir fühlen uns völlig frei, quasi auf Expedition, und verzichten ganz bewusst auf die  Annehmlichkeiten zivilisierten Lebens – warme Dusche ist abgewählt und manchmal sind die Lebensmittel knapp. Die Orte, an denen wir unser Zelt aufschlagen, sind meist abgeschieden und deshalb ganz besonders urwüchsig und romantisch. Wir sind dem Wetter, der rauen Natur ohne Pardon völlig ausgesetzt und kämpfen uns auch immer irgendwie durch. Der Break zum Alltag schärft unseren Blick auf das, was das Leben ausmacht und was wirklich wichtig im Leben ist.

Wunderbar ist die Freundlichkeit der Menschen, ihre Hilfsbereitschaft und ihr unverstelltes Interesse an unserer Art zu reisen. Besonders bewegt uns das Angebot, die Nacht auf dem Gelände der berühmten Stones of Callanish zu verbringen. Auf Sichtweite zu dem 5000 Jahre alten Steinkreis bauen wir unser Zelt auf, kochen uns eine warme Mahlzeit und erleben einen wunderschönen Sonnenuntergang. 

Die Bilder verklären ein wenig die Unbill des Wetters (bei Regen fotografiert es sich schlecht). Die Sonne hält sich meist zurück, dafür schickt der Himmel ausreichend Regen und vom Meer weht stets eine steife Brise. Doch wer so nah an der Natur sein möchte muss auch das akzeptieren. Am Ende überwiegen die tollen Erlebnisse und die erneute Erfahrung, dass man zum Glücklichsein nicht viel braucht. 

2 Antworten auf „Außenrum“

  1. Hallo Silke und Stefan,
    die Bilder spiegeln die Weite des Landes wieder und Eure schönen und beeindruckenden Erlebnisse in und mit der Natur. Gutes Weiterreisen und liebe Grüße
    Anna

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