Kaledonien auf Anfang

Denkt man an Schottland fällt einem auch bald Loch Ness mit seinem angeblichen Seeungeheuer Nessie ein. Steht man dann am Ufer des berühmtesten Sees Schottlands kann man sich gut vorstellen, dass es wohl ein Werbegag gewesen sein könnte, denn die unspektakuläre Landschaft allein würde nicht so viele Touristen anziehen. 

Drei Tage haben wir uns in einem idyllischen Holzhäuschen in der Nähe von Inverness regeneriert, doch nun zieht es uns wieder hinaus auf die Piste. Wir beginnen ein neues Abenteuer und radeln an vier Tagen auf fast  gerader Linie gen Südwesten. Die großen Seen Loch Ness, Loch Oich und Loch Lochy sind allesamt durch den Caledonian Canal verbunden, der Dank etlicher Schleusen auch von Booten befahren werden kann. So gibt es viel zu entdecken entlang des Weges, der sich des Damms am Kanal oder auch eines ehemaligen Bahndamms bedient. Wo der Platz fehlt, müssen wir auch mal in die steilen Berge, die die engen Täler bilden. 

Die Göttin des Radlerwetters meint es zwischenzeitlich nicht so gut mit uns und verdammt uns bereits nach der ersten Etappe zu einem Pausentag, den wir in trockenen Häfen wie Café und Hotel verbringen. Auch den folgenden Tag, der mit traumhaftem Sonne-Wolken-Mix beginnt, beenden wir klitschnass. Aber in weiser Voraussicht haben wir ein Zimmer in Fort Williams gebucht. Peter, unser Herbergsvater, kümmert sich fürsorglich um unsere nassen Sachen. 

Trotz des rauen Wetters gefällt es uns sehr gut in dieser Landschaft, denn nach jeder Wegbiegung gibt es Neues zu entdecken. Leider können wir keinen Blick auf den höchsten Berg der Britischen Inseln werfen, denn der Ben Nevis hüllt sich in Wolken. Die letzte Etappe nach Oban versöhnt uns wieder mit der oben erwähnten Göttin und wir radeln dem nächsten Ziel entgegen. 

Von Oban aus schippern wir bequem per Fähre zur Isle of Barra, einer der südlichen Inseln der Äußeren Hebriden. Denn uns lockt es nun zu einer Tour über die Inselkette bis in den hohen Norden. Wir sind sehr neugierig. 

Eine Antwort auf „Kaledonien auf Anfang“

  1. Sieht teilweise sehr verwunschen aus und einladend. Euch gutes weiteres Vorankommen – trotz der Widrigkeiten. Danke für die Reiseberichte, da können wir „Daheimgebliebenen“ auch ein wenig mitreisen.

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