Seitenverkehrt

Am Morgen des 24. Juli läuft ein großes Schiff, von Amsterdam kommend, im Hafen von Newcastle ein, öffnet seinen Rachen weit und spuckt neben einer Menge Autos auch uns zwei Fahrradfahrer aus. Von nun an bewegen wir uns auf unseren Fahrrädern fort, gut beladen mit allem, was wir täglich brauchen. 

Aber wir müssen acht geben: hier geht alles genau andersrum. Alle fahren links, die Fahrer sitzen rechts, im Kreisverkehr fährt man links herum. Wir sind froh, dass wir anfangs erst mal nur Fahrradwege haben – aber auch da gilt Linksverkehr! Zum Glück gibt es freundliche Autofahrer, die uns manchen Anfängerfehler nachsehen.

In vier Etappen verfolgen wir den so genannten Hadrian’s Wall, eine circa 135 km lange Schutzmauer, den einst die Römer zur Begrenzung ihres Reiches nach Norden hin errichtet hatten. Wahrscheinlich waren damals die Schotten nicht so freundlich wie heute! 

Am vierten Tag erreichen wir Schottland und verlassen diesen Fahrradweg nach Norden hin. Die Region Galloway reizt uns landschaftlich nicht besonders! Drum steigen wir kurzerhand um auf die schottische Staatsbahn und umfahren den Großraum Glasgow weiträumig. Dort finden zur Zeit auch die Weltmeisterschaften in der Leichtathletik statt, ein Grund mehr, die quirlige Metropole zu meiden. 

Es ist ja kein Geheimnis: uns zieht es vor allem in die Berge! Wir haben uns für die National Route 7 entschieden, die uns von Balloch am Loch Lomond nach Inverness führen wird. Vor uns liegt eine anstrengende aber vor allem malerische Strecke entlang der schottischen Seen. 

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