Allerlei Buntes

Unser Abschied von Cuenca liegt nun doch schon wieder ein paar Tage zurück, von der Stadt in den Bergen zieht es uns wieder an die Küste. Nahe des Mündungsdeltas des Rio Guayas und seiner Nebenflüsse gibt es einen kleinen Nationalpark, in dem unter anderem auch Brüllaffen wohnen sollen. Für uns ist das Grund genug, dort Station zu machen und uns ungeachtet der Myriaden an hässlichen kleinen Blutsaugern auf Foto-Safari zu begeben. Zwar sind ihre für die Namensgebung ursächlichen Rufe weithin zu hören, doch um ihrer ansichtig zu werden brauchten wir etwas Geduld. Dass sie belohnt wurde zeigen unsere Schnappschüsse von einer Affenmutter samt Baby. 

Die Region im Süden Ecuadors ist sehr fruchtbar, hier werden Bananen, Papaya und vor allem Kakao angebaut, dessen rote Früchte unglaublich fotogen sind. Später wird aus ihnen der leckere ecuadorianische Kakao hergestellt, der in alle Welt exportiert wird.

In Santa Elena erwischen wir einen Umzug einer größeren Schar zu Pferde, die den nachmittäglichen Straßenverkehr beinahe zum Erliegen bringt. Die darauf Sitzenden sind aber mehr als nur fröhliche Reiter mit traditionellen Hüten. Immer wieder animieren sie ihre Tiere zu tanzähnlichen Einlagen passend zur Musik, die von einem Pickup herunter abgespielt wird. Das Ganze ist ein fröhlich lautes Fest mit rhythmischem Pferdegetrappel.

Und dann sind wir am Meer, das uns mit allem Getier empfängt, was einfach dazugehört: Krabben, Pelikane, Reiher, Blaufußtölpel. Nicht ganz so typisch sind die Weißen Fledermäuse im Garten des Hostal Mandála, die offenbar gerade ihren Mittagsschlaf halten, denn eigentlich sind sie tagaktiv (interessant: sie ernähren sich ausschließlich vegetarisch). Die Hauptattraktion wartet allerdings in der scheinbar unendlichen Weite des Pazifischen Ozeans. Mit einem Schnellboot werden wir ein paar Kilometer vor die Küste gefahren und bekommen tatsächlich die Rücken von Buckelwalen vor die Linse. Eigentlich leben die großen Meeressäuger in antarktischen Gewässern, aber hier in den wärmeren Gefilden bringen sie alljährlich ihre Babys zur Welt. 

In Puerto Lopez besuchen wir nunmehr schon zum dritten Male das «Centro de Regeneración de Fauna Marina». Seit unserem letzten Besuch 2016 hat sich viel getan, mittlerweile gibt es über 30 Bassins, in denen verletzte Schildkröten behandelt und gepflegt werden, bis sie wieder ins Meer entlassen werden können. Der ärgste Feind der Schildkröten, von denen 5 Arten allein hier vor der Küste Ecuadors leben, ist der Mensch. Die Tiere verletzen sich an Angelhaken oder Schiffspropellern, büßen Gliedmaßen ein, wenn sie von den Fischern aus deren Netzen geschnitten werden oder gehen einfach am verschluckten Plastikmüll zugrunde. Das stark geförderte Projekt kommt mit der Arbeit kaum nach.

An der Hafenpromenade von Puerto Lopez studieren Kinder einen Tanz ein, immer wieder drehen sich die Mädchen mit ihren traditionellen Röcken, die Jungs grüßen mit dem Hut. Vielleicht proben sie für ein Schulfest, oder wollen sie uns zum Bleiben überreden? 

Eine Antwort auf „Allerlei Buntes“

  1. Beim Anblick der, wenn auch teilweise verletzten Wasserschildkröten, wird mir als langjährige Landschildkrötenbetreuerin ganz warm ums Herz. Erfreulich, dass sich überall wieder Menschen finden, die sich der Tiere annehmen.
    Wo Ihr nun wo steckt…?
    Seid lieb gegrüsst Marie-Jeanne

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