Heiße Sache

Geduld wird belohnt, und zwar reichlich. Gemeint ist hiermit vor allem unsere eigene Geduld, die wir für all die zurückgelegten Kilometer brauchten, um ans Ziel unseres ersten Traumes zu gelangen. Natürlich danken wir auch unserer Leserschaft für das geduldige Warten auf wirklich spannende Erlebnisse (ohne das bisher Erlebte in den Schatten stellen zu wollen).

Der Yellowstone National Park ist das weltweit älteste Schutzgebiet für Natur und Tier. Am 1. März 1872 unterzeichnete US-Präsident Ulysses S. Grant das Gesetz, mit dem das fast 9000 Quadratkilometer große Gebiet unter Schutz gestellt wurde. Das Saarland passt demnach vier Mal hinein, zusammen mit dem angrenzenden Grand Teton National Park und weiteren zugehörigen Schutzgebieten ist Bayern um etliches kleiner. 

Und wir also mittendrin, ehrfürchtig ob der geballten Natur in ungeahnter Vielfalt: Unendliche Wälder, die den riesigen Yellowstone Lake umrahmen, hohe Berggipfel, heiße Quellen und Geysire und nicht zuletzt wilde, ungezähmte Tiere. Im Yellowstone Park leben unter anderem Bisons, Wölfe, Bären, Elche, Wapiti-Hirsche, Gabelböcke und sogar der Weißkopfseeadler – um nur einige zu nennen. Logisch, dass sich diese Tiere nicht einfach unserer Kamera präsentieren, aber zufällig kommen wir hinzu, als eine die Straße querende Bisonherde einen Stau verursacht. Auch wenn man ständig auf Tafeln und Werbeprospekten darauf hingewiesen wird, dass der Abstand zu den Bisons mindestens zwei Buslängen betragen sollte – die Bisons scheinen die Regeln nicht zu kennen und spazieren in aller Ruhe über den Asphalt. 

Weltweit bekannt ist der Yellowstone Park aber vor allem für seine hydrothermalen Aktivitäten, liegt er doch auf dem Gebiet eines aktiven Supervulkans. Unzählige heiße Quellen und ungefähr 300 Geysire gibt es zu bestaunen. Wir entschließen uns zum Besuch eines der größeren Thermalgebiete, auch wenn wir uns die etliche Kilometer langen Stege und Wege mit Massen anderer Interessenten teilen müssen. Glücklicherweise verläuft sich die Masse dann doch, und so haben wir ausreichend Zeit für diese Bilder. Überall zischt und brodelt es, ab und zu zeigt ein Geysir, was er drauf hat und schickt seine heiße Eruption gen Himmel. Wir sind ungläubig erstaunt über das Farbenspiel der Quellen und Lagunen – alle Bilder entstanden wie gewohnt ohne Farbfilter oder Nachbearbeitung. 

Eine ganz andere Seite des Parks lernen wir auf einer Wanderung durch den Grand Canyon of the Yellowstone kennen. Die Wasser des Yellowstone River haben in Jahrmillionen eine bis zu 366 Meter tiefe, 32 Kilometer lange Schlucht ins gelbe, stark verwitterte Vulkangestein geschnitten, das dem Fluss übrigens seinen Namen gab. Zwei bemerkenswerte Wasserfälle liegen auf unserer Tour, die sich stets am Rand des Canyons entlang schlängelt und immer wieder tolle Blicke auf den tief unter uns liegenden Fluss und die Wasserfälle zulässt. 

In nur zwei Tagen sind wir bereits reichlich angefüllt von den Eindrücken der kaum zu beschreibenden Wunder der Natur. Wir sind natürlich gespannt auf das Kommende, vor allem was der sich anschließende Grand Teton National Park zu bieten hat. 

Übrigens: Es wird bald eine neue Rubrik im Menü geben, in der wir unsere Erlebnisse auch im Film zeigen. Stefan hat vor allem im Land der Geysire fleißig gefilmt, muss aber noch die Hürden des Filmschnitts absolvieren. Und dafür braucht man eben auch wieder Geduld.

Wetterbericht: Noch gar keine Erwähnung in den vergangenen Berichten fand das Wetter und vor allem die vorherrschenden Temperaturen. Natürlich sagen die Bilder genügend darüber aus, auch die zu entdeckende Kleiderordnung spricht Bände. Bisher war es tagsüber stets sehr warm, die Temperaturen selten unter 30 Grad, dabei eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Je nördlicher wir vorankamen, um so geringer wurde die Luftfeuchtigkeit, und die Nächte wurden angenehm kühl. Nun sind wir in den Bergen oberhalb der  2000 mNN unterwegs und wissen endlich, dass wir Jacken und die langen Hosen nicht umsonst dabei haben. Morgens und abends braucht es neben einem Flies sogar eine wärmende Weste, zum Mittag hin verschwinden die warmen Sachen im Rucksack, der sie zum Abend hin wieder rausrücken muss. 

4 Antworten auf „Heiße Sache“

  1. Liebe Silke, lieber Stefan,

    Wie schön ihr es da habt! Durch Silkes tolle Fotos bin ich mitten drin und ein bisschen bei euch – unglaublich, was uns die Natur so an Wundern darbietet – ich freu mich so, dass ihr das erleben dürft! Und ich bin so froh zu sehen, dass Silke wieder lacht!!!
    […]
    Seid ganz lieb gedrückt und geküsst und umarmt von eurer Almut

  2. Liebe Silke und lieber Stefan,wir gratulieren Euch zu diesem Privileg,diese wunderbare Natur vor Ort genießen zu dürfen,herzlich Ruth und Eberhard

  3. Unsere Lieben
    Da verschlägt es uns die Sprache bei all der farbenprächtigen und wilden Natur, einfach wow, viel anderes gibt es da nicht hinzuzufügen. Sagenhaft, und Bild und Text sind wie gewohnt unschlagbar. Einfach danke, dass Ihr uns daran teilhaben lasst.
    Sind gespannt auf das nächste Abenteuer.
    Seid lieb gegrüsst
    Marie-Jeanne und Urs
    PS: diesen Freitag gehts bei uns Richtung Müritz aufs Hausboot 😊

  4. Man findet kaum die richtigen Worte über das, was ihr zu sehen bekommt und so nahe erleben dürft. Heinz ruft immer wieder „unwahrscheinlich“. Durch Silkes fabelhafte Aufnahmen sind wir dabei und betrachten immer wieder diese einmalige Natur. Und ihr Beiden mittendrin! Viele liebe Grüße von Mutti und Vati.

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