Hupen erwünscht

Die Cordillera Blanca war in unseren beiden letzten Beiträgen spürbar präsent. Völlig unerwähnt blieb der parallel dazu verlaufende zweite Gebirgszug, die Cordillera Negra. Die Gipfel dieser Andenkette sind um einiges niedriger, weshalb hier auch kaum Schnee fällt. Nachvollziehbar wird sie deshalb die Schwarze Cordillera genannt. Zwischen beiden Gebirgsketten liegt das Tal des Río Santa, in dem auch die Hauptorte Huaraz und Caraz zu finden sind. 

Wir verlassen das liebliche Tal des Río Santa, in dem wir einfach seinem natürlichen Lauf folgen. Wenige Kilometer hinter Caraz rücken die beiden Andenketten dicht aneinander heran und der Fluss hat eine enge Schlucht ins Gestein gefressen. Woher der Cañon del Pato, zu deutsch Entenschlucht, seinen Namen hat, ist nicht belegt (vielleicht, weil es hier keine Enten gibt). Wegen der einstmals zahlreichen Minen gab es hier nur eine Eisenbahnlinie, für die nicht weniger als 50 Tunnel unterschiedlicher Länge in den Fels gesprengt wurden. Auf dem einstigen Bahndamm verläuft heute eine geteerte Straße, die logischerweise nicht viel breiter gebaut werden konnte. Stellenweise hat sich der Berg ein Stück der Trasse zurückgeholt, dann schweben die rechten Räder mitsamt der Beifahrerin in schwindelerregender Höhe. 

Vor allem die Tunnel bieten stets nur einem Fahrzeug Platz, daher ist die ausgiebige Verwendung der Hupe quasi ein Muss. Von den Wänden, die nicht unbedingt einem europäischen Standard entsprechen, hallt Hägars Horn fröhlich wieder. Es ist aber immer spannend, ob einem in den mitunter gekrümmten Durchfahrten nicht doch mal ein Fahrzeug gegenüber steht. Nur einmal kommt uns ein kleinerer LKW entgegen und wir begegnen uns genau an einer engen Ausweichstelle zwischen zwei Tunneln. 

Später weitet sich das Tal des Río Santa wieder und die Fahrt lässt sich leichtfüßig fortsetzen. Es ist auch etwas spät geworden, so dass wir einen Schlafplatz für uns und Hägar suchen. Ganz originell parken wir zwischen den Ruinen einer verlassenen Bergarbeitersiedlung und haben somit einen guten Schutz vor dem starken Abendwind. 

Eine Antwort auf „Hupen erwünscht“

  1. da seid Ihr ja wieder in einer spektakuleren Landschaft,erinnert
    bischen an Norwegen,nur daß die Löcher dort größer sind.
    Und tolle stachliche Sitze habt Ihr da gezeigt.
    Also weiterhin alles Gutevon Ruth und mir.

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