Ende der Welt

Wenn ein Landstrich als Ende der Welt bezeichnet wird, so muss man davon ausgehen, dass es auch einen Anfang gibt? Oder bezeichnet man eine Gegend als Ende der Welt, weil sie besonders trostlos oder einer Reise nicht wert erscheint? Mit dem Anfang der Welt kennen wir uns nicht so aus, aber »El Fin del Mundo« empfinden wir keinesfalls trostlos. Vor allem der Nationalpark »Tierra del Fuego« ist unglaublich farbenfroh, vom Weiß der Gletscher und schneebedeckten Berge über sattes Grün der Wiesen und Wälder, Blau der Lagunen bis zur bunten Vielfalt der Blumen ist alles vertreten. 

Drei Tage haben wir im Nationalpark verbracht. Gerade noch rechtzeitig haben wir eine gute Wetterlage und die Ruhe vor dem Sturm für das Erkunden dieses einzigartigen Fleckchens genutzt. Am 2. Weihnachtsfeiertag erstiegen wir den Cerro Guanaco (954 m), von dem man einen herrlichen Blick auf Ushuaia und die Berge gegenüber hat. Der Aufstieg war zwar nicht unsere längste Tour, aber wies die bisher meisten Höhenmeter auf, denn der Start liegt fast auf Höhe des Meeresspiegels. Die Oberschenkelmuskulatur lässt grüßen. Ganz idyllisch und legal konnten wir mitten im Nationalpark übernachten.

Am dritten Tag wurden wir von einer Welle Touristen, die zahlreich und lautstark unzähligen Bussen entstiegen, förmlich aus dem Nationalpark geschwemmt. Im Hafen war ein großes Passagierschiff angekommen und die Fahrt im Reisebus war wohl inklusive. Der durchschnittliche Bustourist entfernt sich von seinem Bus maximal 200 Meter, fotografiert ein bisschen und wird zeitnah zum nächsten Aussichtspunkt chauffiert. Das muss auch so sein, denn die anderen Busse wollen auch mal auf den Parkplatz. Ein schwacher Trost ist, dass damit eben auch Geld herangebracht wird, das hoffentlich dem Park zugute kommt, der zum größten Teil unerschlossen ist und unter strengstem Naturschutz steht. 

Wesentlich ruhiger ging es auf unserer Wandertour zur Laguna de los Témpanos zu. Da kommt man nämlich nur zu Fuß hin, zunächst über Butterblumenwiesen, später durch urige Wälder und über Geröllfelder. Und da wir nebenbei auch immer wieder nette Leute kennenlernen, konnten wir Jaques, 70 Jahre alt und aus den französischen Alpen stammend, einen Gefallen tun und ihm unseren einzig freien Sitzplatz im Hägar für eine Fahrt ins Tal anbieten. 

Ushuaia, die Provinzhauptstadt von Feuerland, gilt als südlichste Stadt der Welt. Zwar ragen in wenigen Kilometern Entfernung wieder Berge mit mehr als 2000 m Höhe aus dem Meer, das sind die »Cordilleres Darwin«, die allesamt Inseln und kaum erschlossen sind. Und so steht unser Hägar gerade am Steilufer und schaut auf den Beagle-Kanal, einer natürlichen Durchfahrt zwischen der Hauptinsel Feuerland und den Darwin-Cordilleren. Für uns geht es hier nicht mehr weiter, wir haben mit dem Ende der Welt den südlichsten Punkt unserer Reise erreicht – von nun an geht es dem Anfang der Welt entgegen, wo auch immer das ist. 

4 Antworten auf „Ende der Welt“

  1. Grüsse an Euch aus der schweiz zum neuen Jahr, wünschen Euch alles Gute und vor allem ausser Muskelkater keine weiteren Gebrechen, will sagen Gsundheit in 2019.

  2. Hallo meine Lieben, da wir es versäumt haben zu Weihnachten euch Liebe Grüße zu schicken möchten wir aber euch von ganzen Herzen einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen. Bei uns ist alles noch beim alten – Unsere Straße steht noch. Bleibt schön gesund und viele liebe Grüße. Wo seid ihr zu Silvester.

  3. Liebe Silke und lieber Stefan,rutscht heute gut in das neue Jahr.Wir wünschen Euch weiterhin gute Fahrt nach Norden mit Eurem hoffentlich immer unverwüstlichem Hägar.Wir wären froh,wenn wir einen solchen Sommer von Euch bei uns als Winter hätten.Herzliche Grüße ,auch von Katrin.Ruth und Eberhard

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